10 Fakten über die Kanaren, die nicht jeder kennt

Die Kanarischen Inseln, die vor der Küste Marokkos und der West-Sahara im Atlantik liegen, gehören geographisch und klimatisch zu Nordafrika, politisch und kulturell aber schon seit Jahrhunderten zu Spanien.




Diese Kombination aus subtropischem Klima und europäischem Lebensgefühl hat den Archipel zu einem der beliebtesten Ferienziele deutscher Urlauber werden lassen. Und auch wenn fast jeder schon einmal dort war, halten die sieben Inseln doch noch einige Überraschungen bereit. Wenn Sie auf den Kanaren angepfiffen werden, müssen Sie nicht unbedingt etwas falsch gemacht haben, Trinkwasser aus den Wolken gibt es hier auch dann, wenn es gar nicht regnet und wer ökologisch kochen will, tut das nicht mit Hilfe von Wind- oder Sonnenenergie, sondern macht sich eine echte Urkraft zunutze.

 

1. Essen vom Vulkangrill auf Lanzarote

Lanzarote ist die kanarische Insel, die von ihrer vulkanischen Vergangenheit am stärksten geprägt wird. Im Nationalpark Timanfaya (Parque Nacional de Timanfaya) im Nordwesten wartet deshalb auch eine kulinarische Besonderheit auf die Gäste. Im Restaurant Diabolo geht es höllisch heiß zu, was nicht bedeutet, dass die Gäste hier schwitzen müssen. Das Essen stammt aber nicht von einem normalen Ofen, der Grill steht hier direkt über einem Vulkan, dessen Hitze ihn speist. Vulkangrill ist hier also wörtlich gemeint und neben dem hervorragenden Essen wartet auch noch ein spektakulärer Ausblick über Lanzarote auf die Besucher.

2. Pfeiffsprache Silbo Gomero

Auch La Gomera, die kleine Nachbarinsel Teneriffas, hält eine Überraschung parat. Hier hat sich Silbo Gomero, die uralte Pfeiffsprache der Ureinwohner erhalten. Das Kommunikationssystem der frühen Siedler basiert auf einer Technik, bei der fast nur die Lippen gebraucht werden, während die Zunge kaum zum Einsatz kommt, was zu den charakteristischen Pfeifflauten führt. Auf La Gomera ist Silbo Gomero ein Pflichtfach in der Schule, interessierte Gäste können sich zu einem Crash-Kurs anmelden.

3. Trinkwasser aus den Wolken

Auf Gran Canaria können Sie Wasser, das direkt aus den Wolken stammt, auch dann genießen, wenn es einmal ein paar Wochen nicht regnet. Hier steht seit einigen Jahren auf 1.600 Metern Höhe ein spezieller Kollektor, der Wasser aus den Wolken gewinnt, die das kleine Bergdorf Valleseco regelmäßig einhüllen. Die Produktion ist sehr umweltfreundlich, da der benötigte Strom aus Sonnenenergie gewonnen wird. Mittlerweile gibt es bereits ein Start-up Unternehmen, das das Wolkenwasser in Flaschen abfüllt und auf den Inseln vertreibt.

4. Die meisten Sonnenstunden in Europa

Wenn Sie sicher gehen wollen, dass Ihr Sommerurlaub nicht ins Wasser fällt, dann sind die Kanaren genau das richtige Urlaubsziel. Nirgendwo in Europa warten mehr Sonnenstunden auf Sie, als auf Teneriffa und Gran Canaria. Las Palmas gehört mit fast 300 Sonnentagen und bis zu 4.800 Sonnenstunden im Jahr zu den sonnigsten Städten der Welt. Die übrigen Ortschaften der Inselgruppe liegen nur knapp dahinter. Dabei haben die kanarischen Inseln der Konkurrenz aus der Karibik noch einiges Voraus. Wenn es Ihnen auf Teneriffa am Strand zu heiß wird, dann machen Sie einfach einen Abstecher auf den Pico del Teide, den höchsten Berg Spaniens, und genießen eine kühle Briese auf etwa 3.700 Metern Höhe über dem Meeresspiegel.

5. Der zweitgrößte Karneval der Welt auf Teneriffa

Wenn Sie einen südländischen Karneval erleben wollen, dann müssen Sie nicht unbedingt nach Brasilien fliegen. Der Karneval auf Teneriffa ist, nach dem in Rio de Janeiro, der zweitgrößte auf der Welt und nicht weniger bunt und aufregend. Gefeiert wird jedes Jahr im Februar und das nicht nur in der Inselhauptstadt Santa Cruz, Sambatänzerinnen ziehen dann selbst durch das kleinste Bergdorf.

6. Hollywood-Produktionen

Filmfreunde können auf den Kanaren ganz unverhofft auf einen ihrer Lieblingsstars treffen. Die landschaftliche Schönheit und das zuverlässige gute Wetter machen die Inseln auch bei Hollywood-Regisseuren beliebt. So mancher Block-Buster wurde auf Teneriffa gedreht. Darunter auch „Fast and Furious 6“ oder „The Bourne Identity“ , die eigentlich in Athen spielt, aber in Santa Cruz gedreht wurde, weil die Griechen die Produzenten mit hohen Steuern und zu viel Bürokratie vergraulten.

7. Europas schönster Sternenhimmel

The Mountain from TSO Photography on Vimeo.

Über den Kanaren ist der Sternenhimmel nicht nur besonders schön, er kann auch besser beobachtet werden, als anderswo. Das Roque-de-los-Muchachos-Observatorium auf La Palma ist eine der wichtigsten Beobachtungsstationen in Europa. Gemeinsam mit zwei kleineren Sternwarten in der Nachbarschaft ermöglicht sie Besuchern einen Blick in den nächtlichen Himmel, der schlicht einmalig ist.

 

8. Zwei Haupststädte

Der kanarische Archipel hat mit Teneriffa und Gran Canaria zwei Hauptinseln und deshalb mit Santa Cruz und Las Palmas auch zwei Hauptstädte. Das ist darauf zurückzuführen, dass die spanische Regierung die Inselregion in zwei Povinzen eingeteilt hat. Die Provinz Santa Cruz de Tenerife umfasst die Inseln Teneriffa, La Palma, La Gomera sowie El Hierro. Zur Provinz Las Palmas gehören die Inseln Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote sowie die kleinen Nebeninseln.

9. Kanarienvogel stammt wirklich von hier

Der beliebt kleine Singvogel, der in zahlreichen deutschen Haushalten lebt, teilt seinen Namen nicht zufällig mit der spanischen Inselgruppe im Atlantik. Das possierliche Tier stammt vom Kanarengirlitz ab, der seit dem 15. Jahrhundert domestiziert wird, aber auf den Kanaren auch heute noch in freier Wildbahn anzutreffen ist.

10. Karibikstrand in Europa

Die Kanaren haben viele wunderschöne Strände. Wer sich aber das echte „Karibik-Feeling“ wünscht, der wird in Anfi del Mar auf Gran Canaria fündig. Hier können Sie nicht nur unter Palmen in der heißen Sonne entspannen und einen kühlen Colada genießen, sonder dabei auch noch Sand von den Bahamas durch die Finger rieseln lassen. Der gesamte Strand wurde mit dem weltberühmten feinen Sand aufgefüllt.