La Geria

Als ein Highlight für jeden Naturliebhaber stellt sich der Naturpark La Geria im zentralen Bereich von Lanzarote dar. Seine mehr als 5.000 Hektar große Fläche erstreckt sich westlich von Arrecife zwischen den Orten Yaiza im Süden und dem nordöstlich davon gelegenen San Bartolomé am Rande des Nationalparks Timanfaya.

Ein auf Vulkanasche entstandenes Weinbaugebiet

Fleißigen Landarbeitern auf Lanzarote ist es im Laufe von Jahrzehnten gelungen, in mühevoller und hartnäckiger Arbeit ein Landschaftsgebiet voller Vulkanasche und erstarrter Lava in das Weinbaugebiet La Geria zu verwandeln. Als nach einer Kette von Vulkanausbrüchen in den 1730er Jahren dieses Gebiet mehr als einen Meter hoch von deren Asche und den als Lapilli bekannten Schlackestückchen bedeckt war, entwickelt sich auf dieser Grundlage die noch heute zu bestaunende Art des Trockenfeldbaus.

Im Zentrum dieser niederschlagsarmen Region gruben die Bauern bis zu 3 Meter tiefe trichterförmige Vertiefungen in die Lapillischicht. Auf deren Grund wurde fruchtbarer Boden erreicht. In jedem dieser Trichter wurde anschließend eine Rebe gepflanzt und die einzelnen Vertiefungen mit halbkreisförmigen kleinen Mauern aus Lavagestein vor dem oft kräftig wehenden Wind geschützt. Die auftretenden Niederschlagsdefizite werden größtenteils durch die hier konzentriert auftretende Nachtfeuchtigkeit ausgeglichen.

Die Bodega El Grifo

Heute kann das größte Weinbaugebiet der Kanarischen Inseln auf einer etwa 15 km langen Straße bei einer Entdeckungsreise erkundet werden. Die kurvenreiche Strecke führt dabei durch schwarzen Lavasand, in dem mit von Steinmauern umgrenzte grüne Farbtupfer der Weinreben ein recht merkwürdiges Bild ergeben. Da dies alles noch durch die in weißer Farbe gehaltenen Anwesen und die beeindruckende Kulisse hoher Vulkanberge unterstützt wird, besitzt El Garia den vom Museum of Art New York verliehenen Titel einer zum Gesamtkunstwerk deklarierten Kulturlandschaft.

Entlang der Straße sind Plätze zur Beobachtung und zum Fotografieren angelegt. In fast regelmäßigen Abständen treffen die Besucher aber auch auf Weingüter, Fincas, Restaurants und Bodegas. In ihnen werden die hier angebauten Weine zur Verkostung und zum Kauf angeboten. Zu den bevorzugten Weinsorten gehören der weiße Malvasia, der Moscatel und der Listán Blanco.
Als ältestes Weingut auf den Kanarischen Inseln gilt das bereits in der fünften Generation geführte Familienunternehmen El Grifo. So besteht diese, in der Nähe des Ortes Masdache befindliche Bodega bereits seit 1775. Einen Besuchermagnet stellt das auf ihrem Gelände befindliche Weinmuseum dar, das den Touristen in den historischen Räumen der Bodega die Geschichte des Weins seiner Produktion in dieser Region anschaulich näher bringt.


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