Galdar

Vor der eindrucksvollen Kulisse des Pico de Gáldar, der zwar nur 440 Meter hoch ist, jedoch die gleiche Form wie Spaniens höchster Berg Teide aufweist, liegt im nordwestlichen Bereich von Gran Canaria die Stadt Gáldar. Sie stellt das Zentrum der gleichnamigen Gemeinde dar, die eine Fläche von rund 60 km² einnimmt und etwa 24.000 Einwohner besitzt.




Gáldar – einstige Hauptstadt eines Königreichs der Guanchen

Die als Guanchen bezeichneten Ureinwohner der Kanarischen Inseln haben in diesem einstigen Zentrum ihrer Kultur zahlreiche Spuren hinterlassen. So können in dem im Stadtzentrum liegenden Archäologiepark Cueva Pintada neben Wohnräumen und Kultstätten der Ureinwohner auch deren ornamentale Wandmalereien besichtigt werden.
Nur 2 Kilometer nördlich Gáldars liegt nahe der Küste mit dem Túmulo de la Guancha eine Friedhofsstätte der Guanchen, auf der sich eine aus riesigen Lavablöcken bestehende „königliche Grabstätte“ befindet.

Kirchplatz in GaldarAm Plaza de Santiago, dem Ort des einstigen alten Königshofs erhebt sich heute die dreischiffige Kirche Santiago de los Caballeros. Sie gilt mit ihrer prachtvollen Innenausstattung als eine der Schönsten auf den Kanarischen Inseln. Ein angrenzendes Museum präsentiert historische wertvolle Kunstwerke.
An vergangene Zeiten erinnert weiterhin das aus dem 18. Jahrhundert stammende alte Rathaus, in dessen Hof ein etwa 300 Jahre alter Drachenbaum zu bewundern ist.
Lohnenswert erscheint auch ein Bummel durch die Allee Plaza Grande, die von im 19. Jahrhundert gepflanzten Lorbeerbäumen und Araukarien gesäumt wird.

In die Betrachtung der zahlreichen archäologischen und architektonischen Kostbarkeiten der Stadt sollte auch das örtliche Kunsthandwerk einbezogen werden. So ist Gáldar für seine handgewebten Stoffe ebenso bekannt wie für die handwerklichen Arbeiten der hier ansässiger Instrumentenbauer und Schreiner. Besonders geschätzt werden auch die handwerklich hergestellten kanarischen Messer, deren Griffe aus verziertem Metall oder Horn bestehen.

An Gáldars Küste

Auf dem von Gáldar an die Küste der Sardina del Norte führenden Weg lädt der Parque Norte zu einem Besuch ein. In dessen eindrucksvoll gestaltetem Gelände führt ein Lehrpfad durch ausgedehnte Palmen- und Bananenpflanzungen. Ein Streichelzoo und zahlreiche Papageien- und Tukanarten ermöglichen es, Bekanntschaft mit bekannten und unbekannten Tieren zu machen und ein kleiner Miniaturenpark stellt Landschaften und Bauwerke der Kanarischen Inseln vor.
INFO: Der Parque Norte ist leider seit November 2011 geschlossen.

Südlich der felsigen Steilküste der Punta de Sardina, die den äußersten Südwesten der Insel kennzeichnen, erstreckt sich ein wunderschöner goldgelber Sandstrand. Während auf den Klippen der gleichnamige Leuchtturm seine verlässlichen Dienste verrichtet, verkehren von dem, den Strand benachbarten Fischerhafen die Fischerboote hinaus aufs Meer. Ein neu erbauter Kai gestattet hier außerdem das Ankern von Sportbooten.

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