Santa Lucía de Tirajana

Wie auf den Kanarischen Inseln üblich, bezeichnet der Begriff Santa Lucía de Tirajana sowohl eine flächenmäßg größere Gemeinde als auch deren gleichnamigen Hauptort.

Im konkreten Fall handelt es sich um eine 61 km² große Gemeinde, die sich von der südöstlichen Küste Gran Canarias in einem relativ schmalen Streifen weit ins Inselinnere erstreckt. Dort liegt am oberen Ende der Barranco de Tirajana auch das malerische Dorf Santa Lucía de Tirajana.

Ein Dorf an einem historischen Platz

Gelegen auf einer, an ein mit Palmen bestandenes Tal grenzenden Hochebene zeigt es sich mit flachen, weiß getünchten Steinhäusern, die sich teilweise unter die auf einem Hügel am Dorfplatz thronende Kirche des Ortes zu ducken scheinen. Ein kleiner mit Blumen und einigen einheimischen Pflanzen bewachsener Park lädt unweit davon zum Verweilen ein.
Rund um den Ortskern befinden sich verstreut liegende weitere Häuser und Höfe, in denen die Bewirtschafter der umliegenden landwirtschaftlichen Flächen leben.
Im Ortskern selbst erwartet ein kleines privat geführtes Museum interessierte Besucher. In ihm sind neben den Exponaten einer archäologischen Sammlung auch einige altkanarische Mumien zu bewundern.

Am Stausee Presa de la Sorrueda

Nur etwa 3 Kilometer südlich vom Dorf Santa Lucía de Tirajana liegt der Stausee Presa de la Sorrueda. Oberhalb des zum Teil von Palmen umsäumten Stausees befindet sich mit dem Mirador la Sorrueda ein markanter Aussichtspunkt, von dem aus sich ein wunderbarer Ausblick auf den See und die umliegende, größtenteils kahle Berglandschaft ergibt.

Als weitere Sehenswürdigkeit unweit des Ortes zeigt sich die Festung von Ansite. Bei ihr handelt es sich um eine Felsformation, die nur wenig Ähnlichkeit mit einem Festungsbau besitzt. Allerdings besteht sie aus zahlreichen Höhlen, die einst von den Canarios als Wohnungen und Gräber genutzt wurden. An diesem Ort haben die letzten Ureinwohner der Insel im Jahr 1483 Zuflucht gefunden, um sich schließlich von den Felsen in die Tiefe zu stürzen und so dem von den Spaniern diktierten Übertritt zum Christentum zu entgehen.

Der Pozo Izquierdo – Mekka der Windsurfer

Zum Gebiet der Gemeinde Santa Lucía de Tirajana gehört neben der als Einkaufsmetropole geschätzten Stadt Vecindario auch der Strand Pozo Izquierdo. An ihm versammelt sich in jedem Jahr die europäische Elite der Winsdurfer, die für ihren Sport hier ideale Verhältnisse vorfindet. Die an der Ostküste der Insel vorherrschenden Passatwinde und optimale Meeresströmungen haben diesen Strand bereits mehrfach zum Austragungsort von Weltmeisterschaften gemacht.
Daneben bietet das Internationale Windsurfing Center von Pozo Izquierdo Lehrgänge für Anfänger und Fortgeschrittene an.


Foto: © Aleksandar Todorovic Shutterstock.de